Gemeinsames Lernen gegen soziale Spaltung

17. Januar 2011  Berichte

Forderung nach Chancengleichheit bei der Bildung von Geburt an

Dies sind die Kernaussagen von Lukas Oßwald, Landtagskandidat der Partei Die Linke, bei der ersten Wahlveranstaltung in Meißenheim-Kürzell. Nach einer kurzen Einführung von Fritz Preuschoff, dem Ortsverbandsvorsitzenden der Partei Die Linke in Friesenheim, hielt Oßwald einen Vortrag über die bildungspolitischen Ziele der Linken.

„Die Spaltung unserer Gesellschaft in arm und reich wird in der Bildungspolitik Baden-Württembergs immer weiter vorangetrieben. G 8, Studiengebühren, immer mehr Mittelkürzungen bei Schulen und Hochschulen, ausgehöhlte Lernmittelfreiheit sind Beispiele dafür, wie die Landesregierung das Menschenrecht auf Bildung mehr und mehr ignoriert.
Frühkindliche Betreuung, immer höhere Gebühren für Kindertagesstätten, aber auch Teilnahme an Schulausflügen und warmes Mittagessen sind alles Dinge, die von den Einkünften der Eltern oft nicht bezahlt werden können.“ , so Oßwald. Flächendeckende gebührenfreie Krippenplätze, kostenloses Mittagessen an Schulen und 100 % Lernmittelfreiheit seien daher bildungspolitische Kernforderungen der Partei Die Linke.
„Kernziel ist, das gemeinsame Lernen der Kinder nach der Grundschule bis einschließlich Klasse 10 fortzuführen. Ungeachtet ihrer Herkunft und dem Einkommen ihrer Eltern erlernen sie so gegenseitigen Respekt, Verantwortung füreinander und Solidarität. Dies ist ungemein wichtig, um die weitere soziale Spaltung der Menschen in Gewinner und Verlierer zu stoppen und umzukehren. Beispiele wie die Bielefelder Laborschule oder Pisagewinner Finnland belegen dies eindrucksvoll. Gleichzeitig steigt das Bildungsniveau enorm an. Wer die soziale Spaltung überwinden will, kommt an der Gemeinschaftsschule nicht vorbei.“, führte Oßwald aus.
Auch das Studium sei gekennzeichnet  von sozialer Ungerechtigkeit, ausgehöhltem Bafög, Wohnungsnot,  sogenannter Eliteuniversitäten, usw. Das Absolvieren eines Studiums sei, außer noch in Bayern, nirgendwo sonst in Westeuropa so stark vom Geldbeutel abhängig. Die Vertreter der Wirtschaft säßen in den Hochschulräten und gleichzeitig beklage die Industrie schon seit Langem das Fehlen von Hochschulabsolventen. „Die Abschaffung von Studiengebühren und mehr finanzielle Mittel zum Erhalt und zur Ausstattung der Hochschulen, die Abschaffung der undemokratischen Hochschulräte und Einführung von studentischer Selbstverwaltung sind weitere Forderungen der Partei Die Linke.“, so Oßwald weiter.
Der Wettbewerb werde immer weiter in die Bildung hineingetragen, die von dieser Landesregierung nur noch als Vorraussetzung für den Arbeitsmarkt begriffen werde.
Persönlichkeitsbildung,  wie sie einst Wilhelm von Humboldt forderte, und zu der Allgemeinbildung und soziale Kompetenzen sowie Verantwortungsbewusstsein gehörten, blieben somit immer weiter auf der Strecke.
„Unser Bildungssystem bringt nur noch Gewinner und Verlierer hervor. Es wird für arme Familien immer schwerer, eine gute Bildung für ihre Kinder zu erhalten und somit dem sozialen Abstieg zu entkommen.“ stellte Oßwald fest.
Gleiche Bildungschancen für alle Kinder kosteten Geld. Wer die Bildung und die Entwicklung unserer Kinder immer mehr kaputt spare, wer S 21 baue und an die Landesbank BW Milliarden verteile, wer die Super-Reichen immer mehr entlaste und den armen immer mehr aufbürde, müsse abgewählt werden. Die Linke sei die politische Kraft, die in den gut ausgebildeten Kindern die Zukunft unseres Landes sähe und somit der Bildung den Stellenwert einräume, den sie verdient habe.
Oßwald beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Chancengleichheit bei der Entwicklung und Bildung unsere Kinder ist von zentraler Bedeutung für die Überwindung von immer weiter grassierender Armut in diesem Land.“

In der anschließenden lebhaften Diskussion erfuhr Oßwald viel Zustimmung für seine Ausführungen und gute Ideen zur Überwindung der Ellenbogengesellschaft.


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