Fritz Preuschoff kämpft weiter

20. Januar 2013  Allgemein, Meldungen

Fritz Preuschoff ist der gewählte Vertreter der Linken im Kreistag Ortenau. Er wird bis heute an der Ausübung seines Mandats gehindert, weil er als ausgewiesener Experte der Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis gilt und ein streitbarer Kämpfer für die Anliegen der arbeitenden Menschen ist. Er war viele Jahre Personalratsvorsitzender am Klinikum in Kehl.

Was ist das für eine Kreisordnung, bei der man je nach Bedarf Hinderungsgründe feststellen lassen kann? Thomas Marwein von den Grünen war von 1989 -2004 im Kreistag und war damals gleichzeitig Beschäftigter beim Amt für Wasserwirtschaft, einem Eigenbetrieb der Ortenau. In diesen 15 Jahren kam seltsamerweise keiner auf die Idee, Hinderungsgründe feststellen zu lassen, obwohl er als Ingenieur unbestritten geistige Arbeit leistete. Es wäre sicher interessant zu recherchieren, welche der heutigen Kreisräte damals schon in diesem Gremium waren.

Schon beim Durchlesen des §24 der Landkreisordnung stellen sich jedem Menschen, der körperlich arbeitet, die Nackenhaare: „Satz 1 findet keine Anwendung auf Arbeitnehmer, die überwiegend körperlich arbeiten.“ Das heißt, bei überwiegend körperlich arbeitenden Menschen liegen keine Hinderungsgründe vor. Warum eigentlich? Gibt es bei körperlich Arbeitenden weniger Interessenskonflikte als bei geistig Arbeitenden?

Kann man körperliche und geistige Arbeit überhaupt trennen? Jeder, der von körperlicher Arbeit betroffen ist, weiß, dass er einer doppelten Belastung ausgesetzt ist. Denn er kann nur etwas vollbringen, wenn er auch immer den Kopf dabei hat. Denn sie muss geplant werden von dem, der sie ausführt. Jedem Brett, das abgesägt wird, geht das Ermitteln des genauen Maßes voraus. Jeder Vorarbeiter muss die Rapporte schreiben und die Arbeitseinsätze planen. Mit jeder körperlichen Arbeit geht somit umfassende geistige Arbeit einher. In Zeiten, in denen dazu immer mehr die Maschinen die körperlichen Arbeiten ersetzen, kann man mit Hilfe dieser Landkreisordnung bei Bedarf jeden engagierten Arbeitnehmer des Ortenaukreises aus dem Kreistag fernhalten.

Wie praktisch für den Landrat Scherer und seine Bürgermeisterrunde. Man macht aus Preuschoff einen überwiegen geistig arbeitenden Menschen und stellt sich dann einfach vor die Leute und behauptet, es sei keine andere Auslegung der Landkreisordnung möglich.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Wähler die Nase von soviel Heuchelei gestrichen voll haben. Warum setzt sich Herr Scherer nicht für eine Neuregelung ein, wie sie in anderen Bundesländern vollzogen wurde?

Folgendes könnte ein Grund sein: Still und leise wurden zu Jahresbeginn einfach 2 Stellen in der chirurgischen Ambulanz am Klinikum in Offenburg im Zuge des Chefarztwechsels gestrichen und somit die Wartezeiten der Kranken und Verletzten um durchschnittlich 1,5 Stunden in die Länge gezogen, wie ich es selbst schon erfahren musste. Gleichzeitig schwadronieren die Verantwortlichen, allen voran der Landrat, in den regionalen Zeitungen von Qualitätssicherung im Gesundheitswesen. Mit Fritz Preuschoff im Kreistag hätte man dies nicht so klammheimlich tun können. Er kämpft nun vor dem Verwaltungsgericht um seine und unsere demokratischen Rechte und verdient unser aller Unterstützung beim Kampf um sein Kreistagsmandat.

 


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